Samstag = Fundis zur Hölle jagen

Samstag (11.05.) = Fundis zur Hölle jagen

11:15 Uhr – Zugtreffpunkt am Rosenheimer Bahnhof

13:00 Uhr – Proteste gegen den „1000 Kreuze Marsch“ in der Münchner Innenstadt (direkt am Dom bzw. der Frauenkirche, – Infos: https://prochoicemuc.noblogs.org)

14:30 Uhr – NIKA-Kundgebung „Für die (religions-)befreite Gesellschaft. Fundis zur Hölle jagen!“ an der Luitpoldbrücke.

Vorabend (Freitag)

19:30 Uhr queerfeministischen Demonstration Start am Alten Botanischen Garten

Aufruf NIKA Bayern:https://nationalismusistkeinealternative.net/bayern/

Entgegen jeder bisherigen Verbesserung des alltäglichen Lebens durch bereits geführte und teilweise gewonnene feministische Kämpfe, zeigt sich momentan angesichts eines Rechtsrucks auch ein massiver antifeministischer Backlash. So sind nicht nur Forderungen, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts formuliert wurden, nach wie vor nicht erreicht, so beispielsweise sexuelle Selbstbestimmung und die Legalisierung von Abtreibungen.

Geht es um Antifeminismus, Abtreibungen und die Unterdrückung von Frauen¹ schließen sich konservative, bürgerliche Kräfte teilweise mit der extremen Rechten zusammen. In der Ablehnung und Kriminalisierung von Abtreibungen in jeglicher Situation rückt die Forderung nach einem stabilen, gesunden Volkskörper in den Fokus, während Frauen in die Reduktion aufs Körperliche, Naturhafte gedrängt werden. Für dieses Weltbild muss notwendiger Weise auch alles der Zweigeschlechtlichkeit und der Eindeutigkeit nicht Entsprechende abgelehnt werden. In der Forderung der patriarchalen, völkischen und binären Gemeinschaft vereinen sich so bürgerlich-konservative Kräfte bis hin zur extremen Rechten.

Während am 11.05. christliche FundamentalistInnen wieder einen 1000-Kreuze-Marsch durch München planen, werden wir uns ihnen gemeinsam und solidarisch entgegenstellen. Unser Ziel ist die befreite Gesellschaft, somit notwendig auch die religionsbefreite Gesellschaft. Denn „die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik“ (MEW 1, S. 378). Kommt daher am 11.5. zur NIKA-Kundgebung „Für die (religions-)befreite Gesellschaft. Fundis zur Hölle jagen!“ ab 14:30 Uhr an der Luitpoldbrücke.

¹ Hier wird explizit von Frauen gesprochen, da das Weltbild der christlichen FundamentalistInnen bis zur extremen Rechten auf der gesellschaftlichen, binären Kategorisierung basiert.

Infos zur Vorabend-Demo am 10.05. sowie allen weiteren Kundgebungen am 11.05. findet ihr auf http://prochoicemuc.noblogs.org

Bündnisaufruf:

Am 10. Mai feiern wir UNSER LEBEN & UNSERE ENTSCHEIDUNGEN und tragen unsere queerfeministischen Positionen auf die Straße. Mit viel Glitzer, Flitter und Musik demonstrieren wir gegen fade, graue Normen. Los geht es um 19 Uhr am  Garten. Am 11. Mai sabotieren wir die selbst ernannten „Lebensschützer*innen“ unter dem altbekannten Motto: IHR KÖNNT UNS KREUZWEISE! Es wird verschiedene Kundgebungen und Aktionen geben, um den Fundamentalist*innen den Tag so richtig zu versauen.

In Zeiten rechter Massenmobilisierungen gilt es zusammenzuhalten und Erkämpftes zu verteidigen. Denn die selbst ernannte „Lebensschutz“-Bewegung profitiert maßgeblich vom Rechtsruck und verbreitet mit ihren Vorstellungen der heterosexuellen, weißen Kleinfamilie gleichzeitig bewusst (extrem) rechte Positionen. Mit den so genannten „1000 Kreuze Märschen“ fordern sie ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und verbreiten ihr christlich-fundamentalistisches Weltbild. Sie geben vor, „für das Leben“ zu sein, vertreten vermeintlich die „Kultur des Lebens“… das ist blanker Hohn angesichts der vielen tausend Menschen, die jedes Jahr weltweit an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs sterben und der rund sieben Millionen Menschen, die schwerwiegende Komplikationen erleben, weil sie keinen Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben.

Darum lasst uns am 10. und 11. Mai gemeinsam auf die Straße gehen.  Wir leben wie wir wollen und wir entscheiden wie wir wollen!  

WIR WOLLEN:

Ein Umdenken in der Gesellschaft! Es darf keine Rolle spielen,

ob Menschen mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wir sind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.

welche Sexualität, Geschlechtsidentität- und welchen Ausdruck du lebst. Die sogenannte „Konversionstherapie“ ist Folter.

ob Menschen intergeschlechtlich oder trans-maskulin sind, wenn sie schwanger sind, müssen ihnen Beratungsstellen offen stehen.

Und wir fordern,

die sofortige Streichung der Paragraphen 218 und 219a StGB. Die Kriminalisierung von Schwangeren und Ärzt*innen muss endlich aufhören.

mehr Kliniken und Praxen, in denen ein Abbruch vorgenommen werden kann – die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Krankenkassen.

dass Schwangerschaftsabbrüche verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung werden – dass Ärzt*innen Abbrüche nicht mehr ohne die Angabe von Gründen verweigern können.

den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln.  

Pro Choice bedeutet nicht pro Abtreibung! Doch die Welt in der Abbrüche nicht mehr vorkommen, gibt es nicht. Abtreibungen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Darum kämpfen wir dafür, dass ungewollt Schwangere eine Entscheidung treffen können, ohne von radikalen Fundamentalist*innen unter Druck gesetzt, von der Gesellschaft stigmatisiert oder vom Staat kriminalisiert zu werden.  Die ekelhaften Positionen selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ dürfen nicht unwidersprochen bleiben – egal ob in Berlin, Salzburg, Bern, München oder sonstwo auf der Welt.

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